Geschichte der Regionalplanungsgemeinschaft

Der Beginn der Regionalplanung

Etwa ab 1950, also im Anschluss an die unmittelbare Nachkriegszeit, setzte allgemein und so auch im Bregenzerwald eine lebhafte soziale und wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung ein. Das führte einerseits zu mehr allgemeinem Wohlstand, andererseits jedoch auch zu einem ungewöhnlich großen - teils auch ungeordneten - Verbrauch an Grund und Boden durch die Erschließung von Siedlungs-, Betriebs- und Verkehrsflächen.

Parallel dazu setzte eine markante Veränderung in der Wirtschafts- und Verkehrsinfrastruktur ein. Der ländliche Raum abseits der Ballungsräume Rheintal und Walgau konnte mit dieser Entwicklung nur bedingt Schritt halten, insbesondere was die allgemeine Wirtschaftsentwicklung und die verschiedensten Bereiche öffentlicher Einrichtungen betraf. Vor allem bei der infrastrukturellen Ausstattung (Schulen, Arbeitsplätze, Straßen) geriet der ländliche Raum ins Hintertreffen. Im Verlaufe der 60er Jahre drang zusehends die Erkenntnis eines ganzheitlichen raumplanerischen Denkens und Handelns in der regionalen und kommunalen Raum-/Flächenentwicklung in den Vordergrund.

In diesem Sinne vergab die Vorarlberger Landesregierung damals eine umfassende Studie zur Ausarbeitung eines Landesentwicklungsplanes. Aber nicht nur die Landesregierung, sondern auch Gemeinden, Kammern und andere öffentliche Institutionen beschäftigten sich intensiv mit dem Thema der umfassenden Raumplanung. Der "Bregenzerwald-Verein für Interessen des Fremdenverkehr" (gegründet 1904), später mit den Bezeichnungen "Verkehrsverband Bregenzerwald" (ab 1972), heute "Tourismusverband Bregenzerwald", bezweckte zwar satzungsgemäß die talschaftsweite Förderung des Tourismus, befasste sich jedoch fortlaufend verstärkt auch mit allgemeinen talschaftspolitischen Fragen und Problemstellungen.

Dazu ein Beispiel: Bei einer am 10. Jänner 1969 im Gasthaus "Löwen" in Egg abgehaltenen Versammlung bestellte der Verkehrsverband einen "Raumplanungsbeirat Bregenzerwald". Dieser Beirat erarbeitete z. B. eine Stellungnahme zum Landesentwicklungsprogramm und ein Verkehrskonzept für den Bregenzerwald. Es ging also um talschaftsweite Entwicklungs- und Planungsfragen, die weit über die statutarische Aufgabe des Verkehrbandes hinausreichten. Der Raumplanungsbeirat verständigte sich in der Folge mit den Bregenzerwaldgemeinden darauf, für die weitere Raumplanungsarbeit des Bregenzerwaldes einen eigenen Talschaftsverband ins Leben zu rufen.

Gründung der REGIO

Am 12. Dezember 1970 gründeten die Bregenzerwald-Gemeinden im Gasthof "Gams" in Bezau den Verein "Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald". Seither gehören dieser Gemeinschaft alle Gemeinden des Bregenzerwaldes an, nämlich: Alberschwende, Andelsbuch, Au, Bezau, Bizau, Buch, Damüls, Doren, Egg, Hittisau, Krumbach, Langen, Langenegg, Lingenau, Mellau, Riefensberg, Reuthe, Schnepfau, Schoppernau, Schröcken, Schwarzenberg, Sibratsgfäll, Sulzberg, Warth.

Auch wenn die REGIO als Interessensverband der Bregenzerwaldgemeinden in loser Form bereits auf eine wesentlich längere historische Tradition verweisen kann, wurde die Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald erst 1976 als Interessensverband der 24 Bregenzerwald Gemeinden als Verein konstituiert. Auslöser waren rechtliche Aspekte - ganz konkret - die Entwicklung gemeinsamer Raumplanungsinstrumente für den Bregenzerwald.

Die REGIO versteht sich insgesamt als interkommunales Netzwerk, als Institution der gemeinsamen Interessensvertretung nach außen sowie des Interessensausgleichs ihrer Mitglieder nach innen.