Kulturgeschichtliches Element Wälderbahn-Trasse

BWA, I-041 Bestand Johann Jakob Greuss

Die Bregenzerwaldbahn hat die Region durch eine wichtige Epoche begleitet und in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht vieles bewirkt.

Auch nach der Einstellung des Bahnbetriebs Anfang der 1980er Jahre erfüllt die Bahntrasse noch immer wichtige Aufgaben: Der Radweg von Egg taleinwärts verläuft bereits seit vielen Jahren zu großen Teilen auf der ehemaligen Trasse, die Museumsbahn zwischen Bersbuch und Bezau ist ein wichtiges touristisches Element, Bahnhofsareale werden zu verschiedenen, vor allem kulturellen Zwecken genutzt.

Die REGIO Bregenzerwald übernimmt im Auftrag des Landes Vorarlberg die Verwaltung der ehemaligen Bahnliegenschaften.

Naherholungsraum Achtal

Zwischen Egg und Kennelbach erschließt die ehemalige Bahnlinie ein landschaftlich und naturräumlich wertvolles Naherholungsgebiet. Speziell in Kombination mit den kulturgeschichtlichen Elementen aus der „Bahn-Zeit“ und der Faszination der Flüsse und Bäche ist das Gebiet weitum einzigartig.

Die Natur hat nach der Auflassung der Bregenzerwaldbahn mit der Rückeroberung der Bahntrasse und ihrer Bauwerke begonnen. Die Landschaft bietet ein abwechslungsreiches und beeindruckendes Freizeiterlebnis. Viele Menschen nutzen die ehemalige Bahntrasse gern für Erholung und Freizeitgestaltung.

NATURA 2000: Weißachmündung bis Kennelbach

Die Bregenzerachschlucht zwischen der Weißachmündung und Kennelbach ist als NATURA 2000-Gebiet ausgewiesen.

„Steile bewaldete Hänge und ein schmales, von Grauerlenauen und Gehölzgalerien gesäumtes Flussbett kennzeichnen das wildromantische Schluchtbiotop. Weitgehend naturnahe Waldtypen, Felsstandorte, Quellbiotope, Gebüschsäume, Weiden- und Kiesfluren machen die Schlucht mit der Ache zu einem einmaligen Biotop von nationaler Bedeutung. Seltene Tier- und Pflanzenarten finden hier vielfältigen Lebensraum und Rückzugsflächen. Bedeutend für die Erreichung der NATURA 2000 Ziele in der Bregenzerachschlucht ist eine behutsame Bewirtschaftung der Wälder, wie sie in den waldbaulichen Bewirtschaftungsgrundsätzen in der Arbeitsgruppe zur Bregenzerachschlucht festgelegt wurde sowie ein bestimmter Anteil an Tot- und Altholz, gefördert durch die Richtlinien des Landes. Freizeitnutzungen und Einrichtungen im Gebiet müssen mit dem Erhalt der Schutzgüter verträglich sein.“
(NATURA 2000, der Vorarlberger Weg. Bregenz, 2004)

Das Achtal im Projekt

Der Zahn der Zeit nagte an der Trasse der ehemaligen Bregenzerwaldbahn, besonders von Egg talauswärts.
Ihre Funktion als Zugang in das wertvolle Naherholungsgebiet und für die Waldpflege sowie das durchgängige Trassenband als Chance für zukünftige Generationen drohten verloren zu gehen.

Die Gemeinden in der REGIO Bregenzerwald haben es sich deshalb zum Ziel gesetzt, die einzige Längsverbindung zwischen Egg und Doren rücksichtsvoll zu erschließen und zu erhalten.

Die Erschließung von Doren bis Kennelbach scheint aus Kostengründung und unter Rücksicht auf das NATURA 2000-Gebiet nicht realisierbar, wenngleich dies sowohl im Verkehrskonzept Bregenzerwald 2010 als auch im Radroutenkonzept Vorderwald 2011 als Vision formuliert ist.

Ökologie und Landschaftsbild im Projekt

Der Lebensraum im Achtal ist für Tier- und Pflanzenwelt vielfältig und mit seltenen aber auch empfindlichen Arten ausgestattet. In der Bauvorbereitung und mit der Bauablaufplanung für den Geh- und Radweg zwischen Egg und Doren wurde dieser Lebensraum besonders berücksichtigt. Die Baumaßnahmen wurden zeitlich und räumlich auf landschaftsbildliche und ökologische Vorgaben hin abgestimmt. Hierfür wurde mit DI Philipp Meusburger eigens eine ökologische Bauaufsicht beauftragt.

Folgende Aspekte wurden unter anderem berücksichtigt:

  • Schutz der Biotope und geschützter Arten
  • Erhaltung des Charakters der Bahntrasse durch Erhalt und Wiederinstandsetzung
    von Bauwerken
  • Entfernen von zerstörendem Bewuchs auf den Bauwerken
  • Erhalt und Ergänzung der neben und durch die Bahntrasse entstandenen Biotope

Die alten Bauwerke der Bregenzerwaldbahn treten wieder stärker in den Vordergrund. Der Lebensraum der Tier und Pflanzenwelt neben der Trasse sollte während der Baumaßnahmen nur vorübergehend beansprucht werden. Die Regenerationsfähigkeit und Funktionsfähigkeit des Lebensraumes soll im derzeitigen Zustand erhalten werden. Ziel ist es auch, die natur- und landschaftsräumlichen Besonderheiten des Achtals aufzuzeigen und erlebbar zu machen.

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